Chiusky: Skitouren-Woche in Sibirien

Sibirien, Skitouren?

Zu sechst steigen wir den Aktru Gletscher hoch, ein letzter steiler Hang auf eine runde Passhöhe, bevor wir mit den Augen über die Chiusky Range schweifen können. Das Wetter ist stabil und wolkenlos, wie so oft im März im Süden Sibiriens, aber auch bitterkalt. Seit drei Stunden gleiten wir langsam den Gletscher hoch, die Sonne ist nun über uns, aber der Schnee ist immer noch trocken und pulvrig.

Am Ende des langen Hanges auf der besagten Passhöhe frischt der Wind auf. Wildschnee trübt uns plötzlich ein und wir verkriechen uns in einem Kolk hinter einem schützenden Felsen. Um uns herum entdecke ich blaues, graues Eis, pur und ohne Schnee, eine riesige Masse, die völlig abgeblasen ist und in der Sonne schimmert und blendet. Hier auf der Gletscherkappe des Kleinen Aktru Gletschers können wir nicht mal mit Steigeisen und Pickel vorwärts kommen, so hart ist das Eis. Wir nehmen die Felle ab und fahren in den Hang ein, zunächst vorsichtig, dann immer schneller und gewagter, jeder für sich, frei und nicht am Seil, der Schnee ist pulvrig, die Neigung steil. Im lockeren Schnee scheine ich zu schweben, ich fliege förmlich den Hang in exakten Bögen hinunter, dazwischen für wenige Augenblicke anzuhalten um Atem zu holen. Jeder von uns grinst. Es ist ein perfekter Tag, trotz Kälte, die uns in die Finger piekst. Ein perfekter Tag in der Chiusky Range in Sibirien.

Sibirischer Ski-Alltag

Wir kehren zur Hütte zurück, in der schon Slava mit der Krautsuppe wartet. Daneben Gitarre und Vodka. Wir wissen, das ist nichts Besonderes, sondern ein typischer Abend. Wir langen ordentlich zu, mit Nachtisch, Kaffee und allerlei belegten Broten sind wir schließlich zufrieden und genießen die letzten Sonnenstrahlen an der Hauswand mit einer Dose Bier in der Hand. Wir diskutieren immer noch ungläubig unsere Route und die fantastische Abfahrt, trinken aus und gehen eine Türe weiter in die Banja, die russische Sauna, die schon nur so kocht. Da drin ist es dunkel und heiß, wir überstehen mehrere Durchgänge mit Aufgüssen und wedelnden Büschen, rennen hinaus in den Schnee und veranstalten eine kurze Schneeballschlacht, bevor wir wieder im Vorraum zusammensitzen und heißen Tee trinken.

Guide Kostya, Koch Slava

Wie diese Tour beginnen und enden alle bei Slava. Das Wetter ist bis auf einen Tag prächtig. Wir begehen mit Kostya, unserem Guide, viele Seitentäler und Pässe. Ich wäre auch schon mit wenigen Tagen auf den Ski zufrieden gewesen, aber an allen Tage zu fahren, das war eine schöne Überraschung. Denn die Anfahrt war hindernisreich und langsam – der Schnee stand auf der Straße recht hoch und die Bächübergänge waren tief, die Jeeps hatten also ordentlich zu kämpfen. Aber es lohnte sich, da sind wir uns alle einig, auch ohne ein einziges Wort zu sagen. Wie jeden Abend sitzen wir mit Slava in der Küche bei Tee, Schnaps und russischer Rockmusik, dann tischt Mischa auch noch Sala, Knoblauch und Zwiebel auf. Es ist unser letzter Abend, also lassen wir es uns gut gehen, es ist schon alles gepackt und heute gibt’s nur noch eines: Geschichten über Sibirien erzählen.

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